Die Hansestadt steht still, wenn der HSV und St. Pauli aufeinandertreffen. Nach dreieinhalb Jahren kommt es am Freitagabend endlich wieder zum Hamburger Stadtderby. Die Tickets für das Volksparkstadion waren binnen Minuten vergriffen, doch für die zehntausenden Fans ohne Karte gibt es zahlreiche Alternativen.
«In all meinen Jahren als Sportreporterin habe ich selten eine solche Vorfreude in Hamburg gespürt», erzählte mir gestern ein alteingesessener Kioskbesitzer am Schulterblatt. Überall in der Stadt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Bars und Kneipen rüsten sich mit zusätzlichem Personal und Extra-Bildschirmen.
Auf dem Kiez verwandelt sich die «Jolly Roger»-Kneipe in eine St. Pauli-Hochburg. Dort werden über 200 Fans erwartet. «Wir sind seit Wochen ausgebucht», erklärt Inhaberin Maren Fiedler. Ähnlich sieht es im «Clockers» aus, wo die Stimmung traditionell brodelt.
In Eimsbüttel und Barmbek punkten größere Sportbars wie die «Sportsbar Hamburg» mit Großbildleinwänden und umfangreichem Getränkeangebot. HSV-Fans sollten einen Blick auf das «The Crib» in Ottensen werfen, wo eine Reservierung allerdings Pflicht ist.
Die Polizei bereitet sich unterdessen auf einen Großeinsatz vor. «Wir werden mit ausreichend Kräften vor Ort sein», bestätigt Polizeisprecher Florian Abbenseth. Auch in den Public-Viewing-Bereichen wird erhöhte Präsenz zu spüren sein.
Was uns Hamburger besonders macht: Trotz aller Rivalität wird nach dem Spiel gemeinsam gefeiert – egal, wer gewinnt. Und für alle, die es entspannter mögen: Fast jedes Hamburger Wohnzimmer verwandelt sich am Freitag in eine kleine Fußball-Arena. Die Stadt hält den Atem an. Möge das bessere Team gewinnen.