In München sorgt ein brisanter Fund für Unruhe. Gestern entdeckten Arbeiter bei Bauarbeiten auf dem Waldfriedhof eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Kampfmittel muss nun kontrolliert gesprengt werden, wie das Münchner Kreisverwaltungsreferat heute mitteilte. Die Sprengung soll morgen Vormittag erfolgen, rund 1.800 Anwohnerinnen und Anwohner in einem Radius von 500 Metern müssen ihre Wohnungen verlassen.
«Als ich die Nachricht erhielt, dachte ich sofort an meine Anfänge als Reporterin in München», erinnere ich mich. Damals berichtete ich über ähnliche Funde. Die Stadt ist leider daran gewöhnt – seit Kriegsende wurden hier über 5.500 Bomben entschärft.
Der Waldfriedhof bleibt bis auf Weiteres gesperrt. «Die Sicherheit der Bevölkerung hat absolute Priorität«, betont Oberbürgermeister Dieter Reiter. Die Behörden haben einen Evakuierungsplan erarbeitet. Eine Notunterkunft wird in der nahegelegenen Turnhalle der Fürstenrieder Schule eingerichtet.
Experten des Kampfmittelräumdienstes erklären, warum eine Entschärfung nicht möglich ist: «Der Zünder ist stark beschädigt und zu instabil für eine konventionelle Entschärfung«, so Sprengmeister Michael Weiß. Die kontrollierte Detonation sei die sicherste Option.
Für Anwohner richten die Behörden eine Hotline ein. Ab morgen 7 Uhr müssen alle betroffenen Gebäude geräumt sein. Die Polizei wird das Gebiet absperren.
Münchens Untergrund birgt noch immer zahlreiche Relikte des Krieges. Dass nach fast 80 Jahren weiterhin Bomben gefunden werden, mahnt uns, wie lange die Spuren vergangener Konflikte nachwirken können. Für die Betroffenen ist es eine lästige, aber leider notwendige Vorsichtsmaßnahme – eine Erinnerung an die dunklen Kapitel unserer Stadtgeschichte, die bis heute nachwirken.