Es war einer dieser Fußballnachmittage, die in die Geschichte der Bundesliga eingehen werden. Der FC Augsburg hat am Samstag das scheinbar Unmögliche geschafft und den großen Nachbarn FC Bayern München mit 2:1 in der Allianz Arena bezwungen. Für die Schwaben ist es der erste Sieg in München seit 2015 – ein Triumph, der die Hierarchie im bayerischen Fußball zumindest für einen Tag auf den Kopf stellt.
Die Münchner starteten wie erwartet druckvoll, doch die Augsburger Defensive um Kapitän Jeffrey Gouweleeuw stand kompakt und ließ wenig zu. In der 23. Minute dann der Schock für die Heimfans: Nach einem perfekt ausgespielten Konter traf Elvis Rexhbecaj zur überraschenden Führung für die Gäste. Die Bayern drängten auf den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder am glänzend aufgelegten FCA-Keeper Finn Dahmen.
«Wir haben heute genau den Matchplan umgesetzt, den wir uns vorgenommen hatten», erklärte Augsburgs Trainer Jess Thorup nach dem Spiel. «Wir wussten, dass wir defensiv absolut konzentriert sein müssen, aber auch mutig nach vorne spielen können.» Diese Mischung zahlte sich aus: Kurz nach der Halbzeit erhöhte Ruben Vargas auf 2:0 für die Gäste, nachdem die Bayern-Abwehr ungewohnt unsortiert wirkte.
Der Anschlusstreffer durch Harry Kane in der 67. Minute kam zu spät. Trotz einer intensiven Schlussoffensive und 78% Ballbesitz fanden die Münchner kein Mittel gegen die leidenschaftlich kämpfenden Augsburger. Für Bayern-Coach Thomas Tuchel war die Niederlage ein herber Rückschlag im Titelrennen: «Heute hat einfach die letzte Konsequenz gefehlt. Augsburg hat es clever gemacht und die wenigen Chancen eiskalt genutzt.»
Die digitalen Kanäle überschlugen sich nach dem Spiel. Über 45.000 Tweets mit dem Hashtag #FCBFCA wurden innerhalb einer Stunde nach Abpfiff versendet – ein neuer Rekord für ein Duell dieser beiden Teams. Für den FC Augsburg bedeutet dieser Sieg mehr als nur drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Es ist eine Geschichte vom Underdog, der sich gegen alle Wahrscheinlichkeit durchsetzt – und genau dafür lieben wir den Fußball.