In weiten Teilen Bayerns hat überfrierendes Wasser am Wochenende für gefährliche Straßenverhältnisse gesorgt. Laut Polizeiangaben kam es zu mehreren Dutzend Unfällen, bei denen glücklicherweise meist nur Blechschäden entstanden. In der Oberpfalz wurden drei Menschen verletzt, als ein Auto auf einer vereisten Landstraße ins Schleudern geriet. Die Behörden warnen weiterhin vor plötzlich auftretender Glätte.
Die winterlichen Bedingungen trafen besonders den Süden und Osten des Freistaats. „Wir hatten allein in unserem Zuständigkeitsbereich über 30 Unfälle innerhalb weniger Stunden», berichtet Polizeiobermeister Michael Weber aus Regensburg. Ein besonders spektakulärer Fall ereignete sich bei Schwandorf, wo ein Kleintransporter von der Fahrbahn abkam und sich überschlug.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, dass die Wetterbedingungen so plötzlich umschlugen. Auf vielen Nebenstraßen bildete sich innerhalb von Minuten eine spiegelglatte Eisschicht. Ein Salzstreuer-Fahrer aus dem Landkreis München erklärte mir: „Das Problem war, dass der Regen auf den kalten Boden traf und sofort gefror. Da kommen wir mit dem Streuen kaum hinterher.»
Auch in Unterfranken und Schwaben meldeten die Einsatzzentralen zahlreiche Glätteunfälle. Der Automobilclub ADAC appelliert an Autofahrer, die Geschwindigkeit anzupassen und größere Sicherheitsabstände einzuhalten. Eine 78-jährige Fußgängerin in Augsburg stürzte auf einem vereisten Gehweg und erlitt einen Oberschenkelhalsbruch.
Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage weitere Nachtfröste voraus. Besonders in den frühen Morgenstunden bleibt die Glättegefahr hoch. Die wechselhaften Winterbedingungen in Bayern erinnern daran, wie wichtig vorausschauendes Fahren und angepasste Winterausrüstung sind – und dass ein scheinbar harmloser Regenschauer schnell zur Gefahr werden kann.