In der vergangenen Nacht endete eine Verfolgungsjagd in Berlin-Reinickendorf auf tragische Weise. Ein 16-jähriger Jugendlicher starb bei einem schweren Verkehrsunfall, nachdem der Fahrer vor einer Polizeikontrolle geflohen war. Der Wagen krachte mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum. Vier weitere junge Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer.
Der tödliche Unfall ereignete sich gegen 3 Uhr morgens an der Ecke Eichborndamm/Antonienstraße. Die Polizei wollte das Auto zuvor anhalten, doch statt zu stoppen, gab der Fahrer Gas. Auf der Flucht verlor er die Kontrolle über den Wagen, der daraufhin von der Straße abkam und frontal mit einem Baum kollidierte.
«Es hat einen lauten Knall gegeben, dann war es still», berichtete ein Anwohner, der durch den Aufprall aus dem Schlaf gerissen wurde. Die Bilder vom Unfallort zeigen das völlig zerstörte Fahrzeug – ein Wrack, das die Wucht des Aufpralls deutlich macht.
Nach meinen Recherchen vor Ort waren die Spuren des Unfalls noch am Vormittag sichtbar. Glassplitter auf dem Asphalt, ein beschädigter Baum und Markierungen der Polizei zeugen von dem Drama, das sich hier abgespielt hat. Die Polizeibeamten wirkten betroffen, als sie den Unfallort untersuchten. In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten eine so bedrückende Atmosphäre erlebt.
Besonders tragisch: Der 16-jährige Beifahrer erlag noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Die Polizei konnte ihn nicht retten. Der Fahrer flüchtete zu Fuß von der Unfallstelle und wird weiterhin gesucht. «Wir setzen alle verfügbaren Mittel ein, um den flüchtigen Fahrer zu finden», erklärte ein Polizeisprecher am Morgen.
Solche Tragödien werfen immer wieder die Frage auf, wann eine Verfolgung durch die Polizei gerechtfertigt ist und wann das Risiko zu groß wird. Die Ermittlungen müssen nun klären, ob der Fahrer durch sein rücksichtsloses Verhalten den Tod eines jungen Menschen in Kauf genommen hat. Für die Familien der Betroffenen beginnt jetzt eine Zeit des unermesslichen Schmerzes.