In Berlin und Brandenburg erwartet uns ein plötzlicher Wintereinbruch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für heute und morgen eine amtliche Glatteiswarnung herausgegeben. Besonders gefährlich wird es ab heute Nachmittag, wenn Schnee und gefrierender Regen auf die kalten Straßen treffen. Laut DWD könnten Eisschichten von bis zu zwei Zentimetern entstehen – genug, um den Verkehr komplett lahmzulegen.
Die Berliner Verkehrsbetriebe bereiten sich auf Chaos vor. «Wir haben alle verfügbaren Streufahrzeuge im Einsatz und empfehlen, wenn möglich, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten», erklärt BVG-Sprecher Markus Schmidt. Auch die S-Bahn rechnet mit Verspätungen und möglichen Ausfällen.
An den Berliner Schulen bleibt die Präsenzpflicht aufgehoben. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. Für Brandenburg gilt dies nur in besonders betroffenen Landkreisen.
Als ich gestern Abend durch Prenzlauer Berg lief, sah ich schon die ersten Vorboten: Hausmeister streuten Gehwege, Menschen kauften überdurchschnittlich viel ein. Die Stimmung war angespannt, aber vorbereitet. Diese vorausschauende Routine habe ich in zwanzig Jahren Berichterstattung selten so ausgeprägt erlebt.
Das Wetterphänomen steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel. «Extreme Wetterereignisse wie dieser abrupte Kälteeinbruch nach milden Wochen werden häufiger», warnt Klimaforscherin Dr. Petra Mahler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Die Berliner und Brandenburger sollten besonders vorsichtig sein – nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf Gehwegen. Wer kann, sollte morgen im Homeoffice arbeiten. Der Winterspuk dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein: Zum Wochenende steigen die Temperaturen wieder auf frühlingshafte Werte. Ein Wechselbad, das uns künftig öfter bevorsteht.