Manchmal ändern sich die Dinge über Nacht. Für die Fußballerinnen des Hamburger SV war der vergangene Sonntag genau so ein Tag, an dem plötzlich alles anders wurde. Mit einem furiosen 2:1-Sieg gegen Rot-Weiss Essen sicherten sich die HSV-Frauen nicht nur den vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga, sondern auch ihre Zukunft im modernisierten Stadion Hoheluft, das ab der kommenden Saison ihre neue Heimat sein wird.
Die Atmosphäre auf dem Platz am Sonntag war elektrisch. Nach einem frühen Rückstand kämpften sich die Hamburgerinnen mit bewundernswerter Entschlossenheit zurück ins Spiel. Dana Marquardt erzielte in der 37. Minute den Ausgleich, bevor Sarah Stöckmann in der Nachspielzeit mit ihrem Siegtreffer für kollektive Ekstase sorgte. «In diesem Moment ist einfach alles zusammengekommen», erzählte Kapitänin Lisa Baum nach dem Spiel mit Tränen der Erleichterung. «Wir haben in dieser Saison so viele knappe Spiele verloren, heute war endlich das Glück auf unserer Seite.»
Parallel zum sportlichen Erfolg gab der Verein bekannt, dass die Frauenmannschaft ab der kommenden Spielzeit ins renovierte Stadion Hoheluft umziehen wird. Die neue Spielstätte bietet nicht nur bessere Trainingsmöglichkeiten, sondern mit einer Kapazität von 5.000 Zuschauern auch deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für die wachsende Fanbasis. HSV-Vorstand Jonas Boldt betonte: «Diese Entscheidung unterstreicht unser langfristiges Engagement für den Frauenfußball. Wir wollen dem Team die Infrastruktur bieten, die es verdient.»
Für die HSV-Frauen bedeutet diese doppelte Erfolgsmeldung eine enorme Aufwertung. Nach Jahren im Schatten der Männermannschaft erhält das Team nun die Chance, sich in einem angemessenen Umfeld weiterzuentwickeln. Trainerin Merle Frohms sieht darin einen entscheidenden Schritt: «Mit dem Klassenerhalt und dem neuen Stadion haben wir jetzt die Basis, um uns in den kommenden Jahren als feste Größe im deutschen Frauenfußball zu etablieren.» Die Hamburger Fußballlandschaft wird sich verändern – und die HSV-Frauen werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen.