Bei Bauarbeiten in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn wurde heute Vormittag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der explosive Fund hat weitreichende Folgen für den Verkehr in der Region: Die Autobahn A59 ist in beide Richtungen voll gesperrt, was zu erheblichen Staus im Berufsverkehr führt. Nach Angaben der Polizei Köln handelt es sich um eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Bombe.
«So einen Fund haben wir hier etwa zweimal im Jahr», erklärt Sprengmeister Peter Müller vor Ort. «Diese Region wurde im Krieg stark bombardiert, besonders die Industrieanlagen und der frühere Militärflugplatz.» Der Kampfmittelräumdienst hat bereits mit den Vorbereitungen für die Entschärfung begonnen, die voraussichtlich bis zum frühen Abend dauern wird.
Die Auswirkungen sind massiv. Nicht nur der Autoverkehr ist betroffen – auch der Flugbetrieb musste teilweise umgeleitet werden. Pendlerin Sabine Krause steht seit einer Stunde im Stau: «Ich komme gerade von der Nachtschicht und will nur nach Hause. Aber was soll man machen? Sicherheit geht vor.»
Die Stadt Köln hat einen Umkreis von 300 Metern evakuiert. Betroffen sind mehrere Gewerbebetriebe, aber glücklicherweise keine Wohngebiete. Dennoch sind rund 120 Personen in Sicherheit gebracht worden. Die Polizei empfiehlt, den gesamten Bereich weiträumig zu umfahren.
Solche Bombenfunde gehören in Nordrhein-Westfalen fast zur Tagesordnung. Allein im letzten Jahr wurden über 2.500 Blindgänger entdeckt. In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich erlebt, wie routiniert die Einsatzkräfte mittlerweile mit dieser Gefahr umgehen – ein trauriges Erbe, das uns 78 Jahre nach Kriegsende immer noch beschäftigt.
Die Verkehrsbetriebe haben Ersatzbusse eingerichtet. Wann die Sperrung aufgehoben wird, bleibt ungewiss. «Jede Entschärfung ist anders», so ein Polizeisprecher. Für die Region bleiben die Blindgänger ein unsichtbares Risiko unter unseren Füßen – und ein Mahnmal dafür, wie lange die Spuren des Krieges nachwirken.