Eintracht Frankfurt Krise 2024: Mehr als nur sportliche Probleme
Die Adler im mentalen Sinkflug – was vor wenigen Monaten noch nach Champions-League-Träumen klang, ist mittlerweile zum Alptraum geworden. Die Eintracht taumelt durch die Rückrunde, und die jüngste 1:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg legte die Probleme schonungslos offen. Doch die Krise geht tiefer als nur misslungene Spielzüge und verpasste Torchancen.
Wer die Spieler auf dem Rasen beobachtet, erkennt schnell: Hier hapert es vor allem im Kopf. Der mentale Zustand einer Mannschaft, die plötzlich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, manifestiert sich in erschreckender Deutlichkeit. Fehlpässe im Spielaufbau, kopflose Defensivaktionen und eine Verunsicherung, die sich wie ein Virus durch das Team frisst. «Was wir aktuell sehen, ist kein taktisches, sondern ein psychologisches Problem«, erklärt Sportpsychologe Dr. Thomas Weber. «Wenn Profis plötzlich Basics verlernen, liegt das fast immer an mentaler Blockade.»
Die Daten untermauern diese These: Während die Eintracht in der Hinrunde noch zu den laufstärksten Teams der Liga gehörte (durchschnittlich 118,3 km pro Spiel), ist dieser Wert in den letzten fünf Partien auf alarmierende 112,8 km gesunken. Gleichzeitig stieg die Fehlerquote im Passspiel um fast 7 Prozent. Markus Krösche steht nun vor einer Herausforderung, die weit über das Taktikboard hinausgeht. Er muss eine verunsicherte Mannschaft wieder aufrichten.
Interessant ist dabei der Blick auf die digitalen Fan-Reaktionen. Die Stimmung in den sozialen Netzwerken kippt zunehmend – nicht nur gegen die Spieler, sondern auch gegen das Management. Laut einer aktuellen Fan-Umfrage des Eintracht-Portals «SGE4ever» sehen 67 Prozent der Befragten strukturelle Probleme in der Vereinsführung. Die Krise auf dem Rasen wird zum Brennglas für tieferliegende Konflikte.
Wird die Eintracht den mentalen Reset schaffen? Die kommenden Wochen werden entscheiden, ob aus der Krise ein echter Neuanfang entstehen kann. Eines ist klar: Nur mit klarem Kopf lässt sich auch wieder klarer Fußball spielen. Und den braucht es dringend im Stadtwald.