Die Saison des VfB Stuttgart liest sich wie ein modernes Fußballmärchen. Vom Fast-Absteiger zum Champions-League-Teilnehmer – ein Wandel, der selbst die kühnsten Optimisten überrascht hat. Doch während viele Experten von einer «recht guten Saison» sprechen, sieht Trainer Sebastian Hoeneß die Leistung seines Teams in einem anderen Licht: «Dem muss ich widersprechen», stellte er kürzlich klar.
Was in Stuttgart passiert ist, geht weit über eine «recht gute» Spielzeit hinaus. Mit 73 Punkten stellte der VfB einen neuen Vereinsrekord auf und landete als Vizemeister nur hinter dem übermächtigen Bayer Leverkusen. «Was die Mannschaft geleistet hat, verdient mehr als eine solche Untertreibung», betonte Hoeneß im Gespräch mit Journalisten. «Wir haben konstant auf höchstem Niveau gespielt und uns gegen etablierte Spitzenteams durchgesetzt.»
Der Erfolg des VfB basiert auf einer klugen Mischung aus taktischer Disziplin und individueller Klasse. Spieler wie Serhou Guirassy und Chris Führich entwickelten sich unter Hoeneß› Anleitung zu echten Leistungsträgern. «Entscheidend war, dass wir auch nach Rückschlägen unseren Spielstil nicht aufgegeben haben», erklärt Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Die Daten geben ihm recht: Mit 74 erzielten Treffern stellte Stuttgart die zweitbeste Offensive der Liga.
Für die kommende Saison steht der VfB vor neuen Herausforderungen. Die Dreifachbelastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League wird dem Team alles abverlangen. Hoeneß bleibt dennoch selbstbewusst: «Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu machen.» Die Frage, die sich viele Fans stellen: Kann der VfB dieses außergewöhnliche Niveau halten? Die Antwort wird die neue Saison liefern – in der sich die Stuttgarter erstmals seit Jahren wieder mit Europas Elite messen dürfen.