Die Tage werden wärmer, doch die Berliner Seen und Teiche zeigen sich tückisch. Seit Freitag musste die Berliner Feuerwehr dreimal ausrücken, um Menschen aus dem Eis zu retten. Am Tegeler See endete die Suche nach einem 36-jährigen Mann tragisch. Er konnte nur noch tot geborgen werden, nachdem er an einer dünnen Eisfläche eingebrochen war.
«Die Eisflächen in Berlin sind lebensgefährlich. Sie sehen verlockend aus, aber tragen nicht», warnt Feuerwehrsprecher Vinzenz Kasch. Das aktuelle Tauwetter hat die Eisdecken auf allen Berliner Gewässern geschwächt. Dennoch wagten sich am Wochenende mehrere Menschen auf die trügerischen Flächen.
Im Spandauer Südhafen gelang es Rettungskräften am Freitag, einen Eingebrochenen zu bergen. In Marzahn wurde am Samstag ein Mensch aus dem Elsensee gerettet. Beide kamen mit Unterkühlungen ins Krankenhaus. Die Dritte Rettungsaktion am Tegeler See kam für den Mann zu spät.
Seit Jahren beobachte ich bei den ersten Sonnenstrahlen im Spätwinter das gleiche Phänomen: Die Sehnsucht nach draußen lässt viele die Gefahren vergessen. Ein Passant am Tegeler See bestätigt: «Bis gestern liefen hier noch Leute mit ihren Kindern übers Eis, als wäre es ein Spazierweg.»
Die Berliner Feuerwehr appelliert eindringlich an die Bevölkerung, Eisflächen nicht zu betreten. «Selbst wenn das Eis in der Mitte trägt, ist es an den Uferzonen bereits brüchig», so Kasch. Ein Einbruch im kalten Wasser kann innerhalb von Minuten zur Bewusstlosigkeit führen.
Mehr dazu bei der Berliner Feuerwehr, die aktuell ihre Warnungen verstärkt hat. Der Frühling mag sich ankündigen, doch die Natur birgt noch winterliche Tücken. Wie lange werden wir diese jährliche Warnung noch brauchen?