Die Berliner atmen auf: Seit Montagmorgen rollen U-Bahnen, Trams und Busse wieder planmäßig durch die Hauptstadt. Nach einem 24-stündigen Warnstreik der BVG-Beschäftigten am Freitag und massiven witterungsbedingten Einschränkungen am Wochenende kehrt der Nahverkehr zur Normalität zurück.
"Die Situation hat viele Menschen vor echte Herausforderungen gestellt", erklärt BVG-Sprecherin Sabine Müller. "Besonders die Kombination aus Arbeitskampf und extremen Minusgraden war problematisch." Die eisigen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad hatten besonders den Straßenbahnen zugesetzt – zahlreiche Weichen waren eingefroren, Oberleitungen vereist.
Wer am Wochenende unterwegs war, brauchte starke Nerven. Auf meinem Weg zum Brandenburger Tor sah ich ganze Menschentrauben an Haltestellen, die vergeblich auf Anschlüsse warteten. Ein Taxifahrer erzählte mir von Rekordumsätzen: "So viel gefahren wie gestern hab ich seit Corona nicht mehr."
Auch die Berliner S-Bahn meldete witterungsbedingte Probleme. Besonders betroffen waren die Außenbezirke, wo teilweise komplette Linien eingestellt werden mussten. Die Deutsche Bahn setzte Mitarbeiter im Dauereinsatz ein, um Weichen freizutauen und Gleise zu räumen.
Der ÖPNV-Ausfall traf die Stadt in einer ohnehin angespannten Lage. Laut Handelsverband Berlin-Brandenburg beklagen viele Einzelhändler Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent. "Wenn die Menschen nicht in die Stadt kommen können, bleiben die Kassen leer", so Verbandssprecher Nils Busch-Petersen.
Für die kommenden Tage ist Entspannung angesagt – sowohl beim Wetter als auch beim Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat weitere Streiks vorerst ausgesetzt. Die nächste Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt findet am 15. Februar statt. Ob die Berliner danach wieder zu Fuß gehen müssen, bleibt abzuwarten.