In Dresden nahm die Polizei am Sonntagabend einen Mann fest, der Rettungskräfte mit einem Schlagstock bedrohte. Der Vorfall ereignete sich gegen 18 Uhr in einem Wohnhaus im Stadtteil Strehlen. Die Rettungskräfte waren gerufen worden, um einer hilfsbedürftigen Person zu helfen, als der 26-jährige Mann plötzlich aggressiv wurde und sie mit dem Schlagstock bedrohte.
Die alarmierten Sanitäter mussten ihren Einsatz unterbrechen und die Polizei verständigen. Sicherheit geht vor – ein Grundsatz, den ich in meinen Jahren als Reporterin immer wieder bei Gesprächen mit Rettungskräften höre. Die herbeigerufenen Beamten konnten den Mann überwältigen und festnehmen. Bei ihm wurden neben dem Schlagstock auch Betäubungsmittel gefunden.
Angriffe auf Helfer sind längst kein Einzelfall mehr. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden allein 2023 bundesweit über 2.000 Rettungskräfte im Einsatz attackiert. «Die Hemmschwelle sinkt kontinuierlich», erklärt Thomas Weber, Sprecher der Dresdner Berufsfeuerwehr. «Was früher undenkbar war, gehört heute fast zum Arbeitsalltag.»
Bei meinem letzten Besuch in einer Dresdner Rettungswache erzählten mir die Sanitäter, dass sie inzwischen spezielle Deeskalationstrainings absolvieren. Etwas, das vor zehn Jahren noch nicht nötig war.
Der festgenommene Mann muss sich nun wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Die Polizei prüft, ob er für weitere Delikte verantwortlich ist. Der Fall wirft erneut die Frage auf: Wie können wir jene besser schützen, die täglich ihr Leben riskieren, um andere zu retten? Unsere Gesellschaft steht hier vor einer dringenden Aufgabe.