Die Großbaustelle am Schillerplatz legt seit Montag den Verkehr im Dresdner Osten nahezu lahm. Wo sonst täglich tausende Pendler unterwegs sind, herrscht jetzt Stillstand. Besonders in den Hauptverkehrszeiten bilden sich lange Staus in alle Richtungen. Laut Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) werden die Arbeiten an Gleisen und Fahrbahnen voraussichtlich bis zum 24. November andauern.
Der Schillerplatz ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im östlichen Stadtgebiet. Hier treffen sich mehrere Straßenbahnlinien und Busse, die nun umgeleitet werden müssen. «Wir haben keine andere Wahl, als diese grundlegenden Sanierungsarbeiten jetzt durchzuführen», erklärt DVB-Sprecher Lutz Förster. «Die Gleisanlagen sind nach Jahren intensiver Nutzung verschlissen und müssen erneuert werden.»
Für Anwohner und Geschäftsleute ist die Situation besonders belastend. «Meine Kundenzahlen sind seit Montag um fast 40 Prozent eingebrochen», berichtet Susanne Weber, die am Schillerplatz ein Café betreibt. «Viele Stammkunden meiden jetzt die Gegend komplett.»
Die Stadt hat einen Ersatzverkehr eingerichtet, der jedoch nach meinen Beobachtungen vor Ort an seine Grenzen stößt. Gestern Nachmittag warteten an der Haltestelle Tolkewitzer Straße über 50 Menschen auf die Ersatzbusse, die im dichten Verkehr selbst kaum vorankamen.
Autofahrer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Alternativrouten führen über die Waldschlößchenbrücke oder die Carolabrücke, die jedoch ebenfalls deutlich stärker belastet sind als üblich.
Die Bauarbeiten könnten nicht zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Der nasskalte Herbst erschwert die Situation zusätzlich. Doch eines ist klar: Ohne diese Grundsanierung würde der Verkehr in naher Zukunft noch stärker beeinträchtigt. Manchmal muss es eben erst schlimmer werden, bevor es besser werden kann.