Nach dem Verkehrschaos vom letzten Wochenende rüsten sich die Berliner Verkehrsbetriebe für den nächsten Wintereinbruch. Die Vorhersagen deuten auf erneute Glättegefahr hin, schon am Sonntag könnten wieder Straßenbahnen stillstehen. Die BVG hat angekündigt, bei Bedarf präventive Maßnahmen zu ergreifen. Über 1200 Mitarbeitende stünden bereit.
Es ist erst eine Woche her, dass Berlins Straßenbahnnetz komplett lahmgelegt wurde. Vereiste Oberleitungen und glatte Schienen hatten den Tramverkehr in der Hauptstadt zum Erliegen gebracht. „So etwas habe ich in meinen 18 Jahren als Reporterin noch nicht erlebt», erzählte mir eine Kollegin, die stundenlang zu Fuß nach Hause laufen musste.
Die BVG zieht Konsequenzen. „Wir haben aus den Ereignissen gelernt und unsere Einsatzpläne angepasst», erklärt BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt. Bei starkem Eisregen werde man frühzeitig reagieren, um nicht wieder Hunderte Fahrgäste im Stich lassen zu müssen. Auch die BSR verstärkt ihre Winterdienst-Teams, 1470 Einsatzkräfte stehen in Bereitschaft.
Die Wetterprognosen bleiben kritisch. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor glatten Straßen in den kommenden Tagen. Besonders in den Außenbezirken könnten die Temperaturen wieder unter den Gefrierpunkt sinken.
Für viele Berlinerinnen und Berliner wirken die Ankündigungen wie ein schwacher Trost. „Die reden viel, wenn der Tag lang ist», meint eine Rentnerin aus Lichtenberg, die am Wochenende über eine Stunde auf ihren Bus warten musste. Ob die Vorsichtsmaßnahmen diesmal greifen, wird sich zeigen müssen.
Der öffentliche Nahverkehr bleibt die Lebensader der Stadt. Wenn diese einfriert, steht Berlin still – eine Erfahrung, die viele nicht noch einmal machen möchten.