Hamburgs Autofahrer verbringen immer mehr Zeit im Stau. Die Zahlen des ADAC sprechen eine deutliche Sprache: 15.402 Staustunden auf Hamburgs Autobahnen allein im ersten Halbjahr 2024. Das sind 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Fast jeder, der regelmäßig auf der A7 oder A1 unterwegs ist, kennt das Gefühl: Bremsen, warten, fluchen.
Die Gründe für die dramatische Zunahme sind vielschichtig. Baustellen, insbesondere der A7-Deckel in Altona, bremsen den Verkehr aus. Hinzu kommen immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen. «Hamburg wächst, aber unsere Straßenkapazitäten wachsen nicht mit», erklärt Verkehrsexperte Michael Schmidt vom ADAC Nord. Das spüre ich auch persönlich bei meinen Fahrten durch die Stadt – wo früher zumindest außerhalb der Stoßzeiten ein Durchkommen war, steht man heute oft auch mittags im Stau.
Besonders kritisch: Die A7 zwischen Stellingen und Volkspark. Hier verbrachten Autofahrer bereits 2.050 Stunden im Stau. Auch die A1 bei Billstedt und die A23 bei Eidelstedt entwickeln sich zu wahren Geduldsstrecken. Ein Pendler aus Pinneberg berichtet: «Ich plane inzwischen eine Stunde mehr ein, um pünktlich im Büro zu sein. Das ist doch Wahnsinn.»
Die Verkehrsbehörde setzt auf langfristige Lösungen wie den Ausbau von ÖPNV und Radwegen. Doch für viele, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind, ist das ein schwacher Trost. Wird Hamburg zur Stau-Hauptstadt Deutschlands? Die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge – und sollte uns alle zum Nachdenken bringen, wie wir uns künftig in und um Hamburg fortbewegen wollen.