Der Winter zeigt seine Tücken: Seit gestern Abend kämpft Berlin mit den Auswirkungen des Eisregens. Während die Berliner Stadtreinigung (BSR) die Hauptstraßen inzwischen wieder befahrbar gemacht hat, herrscht am Flughafen BER weiterhin Ausnahmezustand. Bis zu 90 Prozent der Flüge wurden gestrichen, mehr als 15.000 Passagiere sitzen fest oder müssen umplanen. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor Glätte.
«Es ist eine Ausnahmesituation, aber wir haben die wichtigsten Verkehrsadern der Stadt wieder frei», erklärte BSR-Sprecherin Sabine Thümler am Morgen. 540 Mitarbeiter waren mit Räum- und Streufahrzeugen im Dauereinsatz. Auf den Nebenstraßen sieht es anders aus – hier gilt besondere Vorsicht.
Am BER herrscht dagegen Stillstand. «Wir können die Sicherheit auf den Rollbahnen nicht garantieren», so Flughafensprecher Jan-Peter Haack. Seit Mitternacht wurde die Start- und Landebahn mehrfach gesperrt. Verzweifelte Reisende campieren in den Terminals, die Schlangen an den Servicedesks sind lang.
Ich erlebe solche Wintereinbrüche in Berlin seit Jahren, aber selten mit solch unterschiedlichen Auswirkungen: Während die Straßenräumdienste erstaunlich effizient arbeiten, offenbart der BER erneut Schwächen im Krisenmanagement.
Die Berliner Verkehrsbetriebe melden eingeschränkten Busverkehr, während S- und U-Bahnen weitgehend nach Plan fahren. Meteorologen rechnen erst am Montag mit Entspannung. Bis dahin bleibt die Frage: Wie winterfest ist unsere Infrastruktur wirklich? Für viele Berlinerinnen und Berliner keine theoretische Frage, sondern eine, die heute ihren Alltag bestimmt.