Der Aufstiegspoker zwischen den Essen Eagles und dem Eishockeyverband Nordrhein-Westfalen nimmt immer absurdere Züge an. Seit Wochen schwelt der Konflikt um die sportlich längst verdiente Oberliga-Teilnahme des Essener Teams – und jetzt droht die Situation vollends zu eskalieren. Der Verband stellt den Eagles ein regelrechtes Ultimatum: Entweder der Aufstieg wird abgelehnt, oder es drohen «weitreichende Konsequenzen» für den Verein.
Was steckt dahinter? Die Eagles dominieren seit Jahren die Regionalliga und haben sich sportlich klar für die Oberliga qualifiziert. Doch der Verband sperrt sich mit allen Mitteln gegen den Aufstieg. Offiziell geht es um Infrastrukturfragen und die «Entwicklung des Eishockeys in NRW», doch Insider vermuten andere Gründe. «Der Verband fürchtet eine Machtverschiebung durch den Aufstieg der Eagles», erklärt mir ein langjähriger Kenner der Szene, der anonym bleiben möchte.
Die Eagles haben inzwischen Rückendeckung aus der Politik bekommen. «Wir unterstützen den Verein bei seinen Bemühungen vollumfänglich», betont Essens Sportdezernent Muchtar Al Ghusain. «Die Infrastruktur am Westbahnhof erfüllt alle Anforderungen.» Selbst wirtschaftlich stünde der Club auf soliden Beinen – mit mehreren lokalen Sponsoren, die den Oberliga-Aufstieg unterstützen würden.
Besonders pikant: Während der Verband den Eagles Steine in den Weg legt, wurden in der Vergangenheit für andere Clubs offenbar Ausnahmeregelungen geschaffen. In der Fanszene brodelt es entsprechend. «Zwei verschiedene Maßstäbe» sei das, was hier angelegt werde, sagt Eagles-Fan Michael Brinkmann. Die Eagles-Verantwortlichen wollen nun rechtliche Schritte prüfen. Der Streit droht, das Eishockey in NRW nachhaltig zu beschädigen. Eine Lösung? Aktuell nicht in Sicht.