Die Deutsche Bahn hat gestern mit der Generalsanierung der stark befahrenen Strecke zwischen Köln und Hagen begonnen. Pendler und Reisende müssen sich nun auf eine fünfmonatige Vollsperrung einstellen. Die rund 76 Kilometer lange Verbindung ist eine der wichtigsten Ost-West-Achsen im deutschen Bahnnetz und wird täglich von etwa 130 Regional- und Fernzügen genutzt.
Bis zum 14. Dezember werden auf der Strecke sämtliche Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert sowie 20 Bahnhöfe modernisiert. Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund 440 Millionen Euro. Reisende zwischen dem Rheinland und dem östlichen Ruhrgebiet müssen während dieser Zeit auf Ersatzbusse oder alternative Zugverbindungen ausweichen.
«Diese Sanierung ist überfällig«, erklärt Verkehrsexperte Prof. Michael Weber von der Universität Köln. «Die Infrastruktur ist teilweise über 60 Jahre alt und nicht mehr zuverlässig.»
Wie ich selbst bei einer Fahrt letzte Woche beobachten konnte, fallen auf der Strecke regelmäßig Züge aus. Besonders Pendler reagieren frustriert. «Ich komme seit Monaten fast nie pünktlich zur Arbeit», berichtete mir Christine Müller aus Wuppertal am Bahnsteig.
Die Bahn verspricht nach Abschluss der Arbeiten eine deutlich höhere Pünktlichkeit und weniger störungsanfällige Verbindungen. Die Strecke gehört zu den 40 Korridoren, die bis 2030 im Rahmen des Programms «Starke Schiene» grundlegend modernisiert werden sollen.
Für viele Anwohner und Pendler stellt sich die Frage, ob die kurzfristigen Einschränkungen den langfristigen Nutzen rechtfertigen. In Wuppertal und Remscheid formieren sich bereits Bürgerinitiativen, die bessere Ersatzangebote fordern. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Bahn ihr Versprechen einlösen kann – und ob die Geduld der Bahnkunden ausreicht.