Ein dramatisches Rettungsszenario entfaltete sich gestern Abend an der Elbe bei Meißen. Ein 42-jähriger Mann wurde um 19:20 Uhr als vermisst gemeldet, nachdem er bei winterlichen Temperaturen nicht von seinem abendlichen Spaziergang zurückgekehrt war. Laut Polizei Meißen starteten 28 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht und Polizei eine großangelegte Suchaktion entlang des Flussufers.
Die Suche konzentrierte sich auf den Bereich zwischen Altstadtbrücke und Elbschlösschen, wo der Mann zuletzt gesehen wurde. Mit Scheinwerfern, Wärmebildkameras und Suchhunden durchkämmten die Helfer das unebene Gelände. «Besonders die niedrigen Temperaturen und die Nähe zum Wasser machten uns Sorgen«, erklärt Einsatzleiter Thomas Müller.
Nach fast drei Stunden dann die erlösende Nachricht: Der Mann wurde unterkühlt, aber ansprechbar in einer schwer einsehbaren Uferböschung gefunden. Er war auf dem rutschigen Untergrund ausgerutscht und konnte sich mit einer Knieverletzung nicht mehr selbständig befreien.
In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich selten erlebt, wie reibungslos verschiedene Rettungsorganisationen zusammenarbeiteten. Während der Bergung sicherten Feuerwehrleute das steile Ufer mit Seilen, während Sanitäter den Mann erstversorgten.
Der Gerettete wurde ins Elblandklinikum gebracht, wo er sich laut Polizeiangaben auf dem Weg der Besserung befindet. «Eine Viertelstunde später hätte es bei den aktuellen Wassertemperaturen kritisch werden können«, so der zuständige Notarzt Dr. Wegner.
Die Polizei Meißen nutzt den Vorfall, um Spaziergänger zu warnen: Die Uferwege der Elbe sind aktuell durch Regen und Frost besonders rutschig. Der gestrige Einsatz zeigt, wie schnell aus einem Abendspaziergang ein Notfall werden kann – und wie wichtig es ist, in der dunklen Jahreszeit nicht alleine unterwegs zu sein.