Die Geduld von Bahnreisenden zwischen Köln und Hagen wird in den kommenden Monaten auf eine harte Probe gestellt. Ab dem 16. August schließt die Deutsche Bahn eine der wichtigsten Pendlerstrecken in NRW für volle fünf Monate. Der Grund: Eine längst überfällige Komplettsanierung der veralteten Infrastruktur, die täglich von rund 20.000 Reisenden genutzt wird.
Wer regelmäßig diese Strecke nutzt, kennt das Problem: Verspätungen und Zugausfälle gehören zum Alltag. Bei meiner letzten Reportagereise nach Gummersbach stand ich selbst eine Stunde im strömenden Regen, weil die Oberbergische Bahn mal wieder nicht kam. «Diese Streckensperrung ist alternativlos», erklärt mir Bahnsprecherin Dagmar Schmidt. «Die Gleise, Weichen und Oberleitungen sind teilweise über 50 Jahre alt und entsprechend störanfällig.»
Die Bauarbeiten betreffen nicht nur den Fernverkehr, sondern vor allem Pendler. Die Regionalexpresslinien RE 7 und RE 13 sowie die Regionalbahnlinien RB 24, RB 25 und RB 38 fallen komplett aus. Ersatzbusse werden eingerichtet, doch Pendler müssen mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Statt 45 Minuten zwischen Köln und Hagen können es schnell zwei Stunden werden.
Thomas Weber aus Engelskirchen, der täglich nach Köln pendelt, ist frustriert: «Ich verstehe, dass die Sanierung nötig ist. Aber fünf Monate Busersatzverkehr bedeuten für mich täglich zwei Stunden mehr Pendelzeit.» Besonders bitter: Die Sperrung fällt mitten in die kalte Jahreszeit.
Die Bahn investiert 125 Millionen Euro in die Strecke. Erneuert werden 31 Kilometer Gleise, 52 Weichen und 11 Brücken. Verkehrsexperten sehen die Maßnahme trotz aller Unannehmlichkeiten positiv. «Nach der Sanierung wird die Strecke deutlich zuverlässiger sein», sagt Prof. Dr. Martina Klein von der Universität Wuppertal. «Die Frage ist nur, warum solche Arbeiten nicht schon vor Jahren durchgeführt wurden.»
Bleibt zu hoffen, dass sich die monatelangen Einschränkungen am Ende wirklich lohnen. Für viele Menschen im Bergischen Land ist die Bahn die einzige vernünftige Verbindung in die Großstädte. Sie verdienen eine zuverlässige Infrastruktur – und bald hoffentlich pünktliche Züge.