In Hamburg müssen sich Pendler und Fahrgäste am kommenden Dienstag auf massive Einschränkungen im Busverkehr einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat für den 11. Juni einen ganztägigen Warnstreik bei der Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) angekündigt. Betroffen sind alle Buslinien im Stadtgebiet und im Umland – eine Entwicklung, die rund 670.000 tägliche Busfahrgäste vor Herausforderungen stellt.
Der Ausstand beginnt mit Betriebsbeginn um 3 Uhr morgens und endet erst um Mitternacht. «Wir kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr», erklärt Gewerkschaftssekretär Sascha Bähring. Die Forderungen umfassen eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich und mehr Urlaubstage. Die Arbeitgeber haben bislang lediglich eine schrittweise Reduzierung auf 37 Stunden bis 2027 angeboten.
Was mich bei meinen Gesprächen mit Busfahrern immer wieder erschüttert: Viele klagen über zunehmenden Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten und die hohe Verantwortung bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten. Ein Fahrer, der seit 15 Jahren für die Hochbahn arbeitet, sagte mir: «Wir sind es, die den Laden am Laufen halten, aber wertgeschätzt fühlen wir uns nicht.»
Die Hochbahn weist darauf hin, dass S- und U-Bahnen wie gewohnt verkehren werden. Trotzdem sollten Fahrgäste mehr Zeit einplanen oder auf Alternativen ausweichen. Die Hamburger Verkehrsunternehmen bedauern die Unannehmlichkeiten und verweisen auf ihre Fahrgast-App für aktuelle Informationen.
Die Verhandlungen stecken fest. In den kommenden Wochen könnte es zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen, falls keine Einigung erzielt wird. Die Frage bleibt: Wie viel ist uns zuverlässiger öffentlicher Nahverkehr eigentlich wert?