In Berlin lieferte sich ein 36-jähriger Mann gestern Nacht eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit der Polizei – in einem gestohlenen Streufahrzeug der Berliner Stadtreinigung. Der Vorfall begann gegen 1:30 Uhr in Spandau, als Mitarbeiter der BSR das fehlende Fahrzeug bemerkten und die Polizei alarmierten. Die Polizei konnte den gestohlenen Streuwagen dank GPS-Ortung schnell lokalisieren.
Der Fahrer ignorierte sämtliche Haltezeichen der Beamten und raste mit dem tonnenschweren Fahrzeug durch mehrere Bezirke. «Es war wie im Actionfilm, nur dass hier echte Menschen in Gefahr waren», berichtete mir ein Polizeibeamter, der an der Verfolgung beteiligt war. Die Verfolgungsjagd führte über die Heerstraße bis nach Charlottenburg, wobei der Fahrer mehrfach rote Ampeln missachtete und in den Gegenverkehr geriet.
Erst nach fast einer Stunde konnte das Fahrzeug in der Nähe des Stuttgarter Platzes gestoppt werden. Der Fahrer versuchte noch zu Fuß zu flüchten, wurde aber von Polizeibeamten gefasst. «Der Mann stand offenbar unter erheblichem Drogeneinfluss», teilte ein Polizeisprecher mit. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten zudem mehrere Gramm Crystal Meth.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits vor zwei Jahren in Hamburg, als ein Betrunkener einen Mülllaster entwendete. Was solche Diebstähle besonders gefährlich macht, ist das Gewicht und die Größe der Fahrzeuge.
Die BSR bestätigte den Vorfall und kündigte an, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. «Wie der Täter an die Schlüssel kam, ist noch unklar», erklärte eine Sprecherin. Der 36-Jährige muss sich nun wegen Diebstahls, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Fahrens unter Drogeneinfluss verantworten. Ein Sachschaden von etwa 15.000 Euro entstand an mehreren parkenden Autos.
Was treibt Menschen zu solch riskanten Aktionen? In meinen zwanzig Jahren als Journalistin habe ich oft gesehen, wie Drogen die Hemmschwelle für irrationales Verhalten drastisch senken können. Dieser Fall zeigt einmal mehr: Die Kombination aus Suchtmitteln und schwerem Gerät kann lebensgefährlich sein – nicht nur für den Täter.