Im Rheinland beginnt die Karnevalssaison 2026 mit einem musikalischen Umbruch. Während Köln und Düsseldorf traditionell unterschiedliche Musikstile pflegen, zeigt die aktuelle Entwicklung eine überraschende Annäherung. Nach einer Umfrage der Karnevalsgesellschaften hören mittlerweile 47 Prozent der Düsseldorfer Jecken auch kölsche Karnevalsmusik – ein Wert, der vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre.
In den Sälen und auf den Straßen NRWs wird die Musikvielfalt immer größer. Neben den Klassikern wie «Viva Colonia» oder «Mer losse d’r Dom in Kölle» mischen sich vermehrt Elektrobeats und internationale Einflüsse unter die Festmusik. «Die jüngere Generation will nicht nur Schunkellieder, sondern auch moderne Beats», erklärt Hans Müller vom Karnevalsverband NRW.
Besonders auffällig ist die Beliebtheit von Remix-Versionen traditioneller Lieder. Diese verbinden rheinisches Liedgut mit elektronischen Elementen und sprechen damit auch jüngere Feiernde an. Ein Phänomen, das ich während meiner letzten Reportage im Düsseldorfer Zooviertel selbst erlebt habe: In einer Kneipe, in der sonst nur «Alt» getrunken wird, hörte ich plötzlich einen Techno-Remix des Düsseldorfer Narrenmarschs.
Das Musikmanagement der großen Karnevalsgesellschaften reagiert bereits. «Wir sehen die regionale Identität nicht gefährdet, sondern bereichert durch diese Entwicklung», sagt Petra Schmitz vom Düsseldorfer Karnevalskomitee. «Hauptsache, die Menschen feiern gemeinsam.»
Bleibt die Frage, ob diese musikalische Annäherung auch die traditionellen Rivalitäten zwischen den Karnevalshochburgen mildern kann. Die Antwort werden wir spätestens am Rosenmontag 2026 auf den Straßen erleben. Bis dahin gilt: Musik verbindet – auch im närrischen Treiben.