In der Oberpfalz wird der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zunehmend zum gesellschaftlichen Problem. Bei den anstehenden Landratswahlen im Landkreis Cham positionieren sich die fünf Kandidaten klar zu diesem Thema. Nach aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik sind die Mieten hier in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 23 Prozent gestiegen – deutlich mehr als die Löhne vieler Einheimischer.
«Unsere Gemeinden müssen wieder aktiv in den sozialen Wohnungsbau einsteigen», fordert Landratskandidatin Maria Schmidt (SPD). Ihr Kontrahent Thomas Wagner (CSU) setzt dagegen auf den freien Markt: «Mehr Bauland und weniger Vorschriften werden das Problem lösen, nicht staatliche Eingriffe.»
Als ich vergangene Woche die Familie Huber in Cham besuchte, wurde das Dilemma greifbar. Trotz zweier Einkommen können sie sich keine angemessene Wohnung für ihre vierköpfige Familie leisten. «Wir suchen seit über einem Jahr», erzählt Mutter Lisa Huber mit hörbarer Frustration.
Der Grünen-Kandidat Michael Meier will kommunale Grundstücke nur noch in Erbpacht vergeben und Baugenossenschaften stärken. Der FDP-Bewerber setzt auf Nachverdichtung, während der Freie Wähler-Kandidat eine Mischstrategie vorschlägt.
Die Wohnungsfrage spaltet nicht nur die Kandidaten, sondern auch die Bevölkerung. Während ältere Hauseigentümer von steigenden Immobilienpreisen profitieren, sehen sich junge Familien und Geringverdiener zunehmend aus dem Markt gedrängt. Eine Lösung muss her – unabhängig davon, wer am Ende die Landratswahl gewinnt.