Article – Nach dem sexuellen Übergriff im Bus atmete Hamburg-Harburg gestern kurz auf. Zwei Männer, 23 und 27 Jahre, wurden festgenommen, nachdem sie am Samstag eine 20-jährige Frau im Bus der Linie 142 belästigt hatten. Die junge Frau stieg am Harburger Ring ein, als sich die beiden Verdächtigen neben sie setzten und sie unsittlich berührten – mitten am Tag, unter den Augen anderer Fahrgäste.
Die Polizei reagierte rasch. Als die Frau an der Haltestelle Jägerstraße den Bus verließ und die Männer ihr folgten, alarmierte sie umgehend den Notruf. In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich immer wieder erlebt, wie wichtig dieser erste Schritt ist – die Überwindung, Hilfe zu holen, entscheidet oft alles.
«Der schnelle Einsatz zeigt, wie wichtig es ist, bei solchen Übergriffen sofort zu handeln», erklärt Polizeisprecher Florian Abbenseth. Die Beamten konnten die beiden Tatverdächtigen noch in der Nähe stellen. Ermittlungen wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung laufen jetzt auf Hochtouren.
Besonders erschreckend: Der Bus war nicht leer. Niemand griff ein, als die Übergriffe begannen. Die Hamburger Beratungsstelle für Gewaltopfer verzeichnet einen Anstieg solcher Fälle im ÖPNV um knapp 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Belästigung der jungen Frau wirft wieder die Frage auf, wie sicher unsere öffentlichen Verkehrsmittel wirklich sind. Und sie erinnert uns: Zivilcourage ist keine Heldentat, sondern kann so einfach sein wie ein lautes Wort oder ein Platzwechsel-Angebot an Betroffene.