Die Ansiedlung von Akkufarmen in Meckenheim sorgt weiter für Diskussionen. Die Stadtverwaltung hat nach monatelanger Prüfung noch immer keine Entscheidung über die Genehmigung getroffen. Mehrere Unternehmen wollen auf dem ehemaligen Industriegelände an der Heerstraße Großbatteriespeicher errichten, die überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern sollen.
«Die Fragen rund um Sicherheit und mögliche Gefahren bei diesen Anlagen sind komplex», erklärte Bürgermeister Holger Jung bei der jüngsten Ratssitzung. Insbesondere die Feuerwehr habe noch erhebliche Bedenken. Bei Bränden in Lithium-Ionen-Akkus entstehen giftige Gase, die kaum zu kontrollieren sind. «Wir brauchen ein absolut wasserdichtes Sicherheitskonzept«, betont Feuerwehrchef Frank Henseler.
Die Investoren, darunter die Firma EnergieWerk GmbH, versprechen Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. «Akkuspeicher sind für die Energiewende unverzichtbar«, sagt Geschäftsführer Martin Baumann. «Unsere Anlagen entsprechen allen Sicherheitsstandards.»
In der Bevölkerung wächst derweil die Ungeduld. «Seit ich vor zwei Jahren aus Hamburg hierher gezogen bin, wird über diese Pläne diskutiert. Aber niemand trifft Entscheidungen», kritisiert Anwohnerin Sabine Meier.
Die Situation erinnert mich an ähnliche Konflikte, die ich in Baden-Württemberg beobachtet habe: Technologischer Fortschritt trifft auf Sicherheitsbedenken und lokale Interessen. Dabei könnte Meckenheim durchaus Vorreiter werden.
Der Stadtrat hat nun eine unabhängige Risikoanalyse beauftragt. Bis Herbst soll eine Entscheidung fallen. Doch die Zeit drängt: Ohne Speicherlösungen gerät der Ausbau erneuerbarer Energien ins Stocken. Ist Meckenheim bereit, diesen Schritt zu gehen – oder wiegen die Sicherheitsbedenken schwerer als der Klimaschutz?