Fußball kann manchmal so wunderbar unberechenbar sein. Da steht der Stürmer Dickson Abiama erstmals im Trikot von Rot-Weiss Essen auf dem Platz und avanciert direkt zum gefeierten Helden. Ein besseres Debüt hätte sich der Neuzugang von Greuther Fürth kaum ausmalen können. Beim packenden 2:2 gegen Alemannia Aachen gelang ihm ein Doppelpack, der seinem neuen Verein einen wichtigen Punkt rettete.
Die 20.000 Zuschauer auf dem Tivoli erlebten dabei eine Partie mit allem, was das Fußballherz begehrt. Zunächst legte Aachen stark los, ging durch einen präzisen Schuss von Anton Heinz in Führung. Kurz vor der Pause erhöhte Sasa Strujić auf 2:0. Da sah es düster aus für die Essener. Doch dann kam die große Stunde des Dickson Abiama.
«Ich wollte einfach nur helfen und meine Qualitäten einbringen», erklärte der 25-jährige Stürmer nach dem Spiel. Mit seinem ersten Treffer in der 69. Minute brachte er die Hoffnung zurück. Ein kraftvoller Kopfball nach präziser Flanke, unhaltbar für den Aachener Keeper. Und als die Nachspielzeit bereits lief, war er erneut zur Stelle. Nach einem Gewühl im Strafraum behielt Abiama die Nerven und schob zum umjubelten 2:2 ein.
Für die heimischen Fans war es bitter, den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. «Wir haben 85 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht, aber am Ende nicht konsequent verteidigt», haderte Aachens Trainer Heiner Backhaus. Für Essen dagegen fühlte sich das Remis wie ein Sieg an. Trainer Christoph Dabrowski lobte die Mentalität seiner Mannschaft: «Dieser Punkt kann für uns noch sehr wertvoll werden.»
Mit diesem dramatischen Spielverlauf setzt sich die Tradition spannender Duelle zwischen diesen traditionsreichen Vereinen fort. Und für Dickson Abiama war es ein Einstand, den man in Essen so schnell nicht vergessen wird. Manchmal braucht es eben frischen Wind, um eine Wende herbeizuführen.