In Dortmund kämpfen Anwohner der Dahlienstraße mit einem Problem, das so alt ist wie die Bundesrepublik selbst. Seit 75 Jahren warten sie auf eine grundlegende Sanierung ihrer Straße. Schlaglöcher prägen das Bild, manche so tief, dass Autos beschädigt werden. Allein in den letzten zwei Jahren wurden 67 Notfallreparaturen durchgeführt – ohne nachhaltigen Erfolg.
«Jedes Mal, wenn es regnet, bilden sich neue Löcher», berichtet Anwohnerin Martina Schulz, die seit 30 Jahren dort wohnt. Die Stadt flickt zwar regelmäßig, aber eine Komplettsanierung bleibt aus. Das Problem: Die Dahlienstraße ist als Privatweg deklariert, obwohl sie öffentlich genutzt wird.
Bei meinem Besuch letzte Woche konnte ich die Frustration der Menschen förmlich greifen. Ein älterer Herr zeigte mir seinen Garten, der bei starkem Regen unter Wasser steht, weil das marode Entwässerungssystem versagt. «Wir zahlen Steuern wie alle anderen», sagt er kopfschüttelnd.
Die Stadtverwaltung verweist auf Prioritätenlisten und begrenzte Mittel. «Die Dahlienstraße steht auf der Liste, aber andere Projekte haben Vorrang», erklärt Tiefbauamtsleiter Klaus Weber. Der Fall zeigt ein typisches Dilemma: Was passiert mit Infrastruktur, die zwischen behördlichen Zuständigkeiten fällt?
Für die rund 120 betroffenen Haushalte bleibt nur Hoffnung auf das nächste Haushaltsjahr. Wie lange Menschen zumutbare Lebensbedingungen einfordern müssen, ist eine Frage, die weit über Dortmunds Schlaglöcher hinausreicht.