Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie der VfB Stuttgart lange nicht erlebt hat. Seit Sebastian Hoeneß vor gut einem Jahr das Ruder beim damaligen Abstiegskandidaten übernahm, hat sich der Verein komplett gewandelt. Vom Tabellenkeller in die Champions League – eine Entwicklung, die selbst optimistische Fans kaum für möglich gehalten hätten. Nun steht der 42-jährige Coach kurz davor, einen bemerkenswerten Rekord zu knacken, der die außergewöhnliche Leistung seiner Mannschaft unterstreicht.
Mit dem jüngsten 1:0-Sieg gegen Werder Bremen hat Hoeneß bereits 19 Bundesliga-Siege in einem Kalenderjahr eingefahren – eine Marke, die in der VfB-Geschichte bislang nur Felix Magath im Jahr 2003 erreicht hat. Mit noch drei ausstehenden Spielen gegen Union Berlin, Bayern München und Borussia Mönchengladbach könnte Hoeneß diese historische Bestmarke sogar übertreffen.
«Was Sebastian mit dieser Mannschaft leistet, grenzt an ein kleines Fußballwunder», sagt Ex-VfB-Profi Jürgen Klinsmann. «Er hat dem Team eine klare Identität gegeben und aus vielen unterschätzten Spielern absolute Leistungsträger geformt.» Besonders beeindruckend: Die Schwaben zeigen unter Hoeneß eine taktische Flexibilität und mentale Stärke, die noch vor zwei Jahren undenkbar schien.
Der Coach selbst bleibt bescheiden. «Rekorde sind schön, aber für mich zählt nur die Entwicklung der Mannschaft», erklärte Hoeneß nach dem Bremen-Spiel. Diese bodenständige Art kommt in Stuttgart gut an. Anders als manch anderer Bundesliga-Trainer verzichtet er auf große Gesten und Selbstdarstellung – sein Fokus liegt komplett auf der Arbeit mit dem Team.
Was Hoeneß von vielen Kollegen unterscheidet: Er versteht es, junge Talente zu fördern und gleichzeitig erfahrene Spieler in Bestform zu bringen. Die Balance stimmt. Mit Undav, Millot und Führich hat er zudem Spieler auf ein neues Level gehoben, die nun sogar Nationalspieler sind. Ob der Rekord am Ende fällt oder nicht – Sebastian Hoeneß hat den VfB Stuttgart bereits jetzt in neue Höhen geführt. Und die Geschichte scheint noch lange nicht zu Ende erzählt.