Der japanische Wagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug hat heute für Aufsehen gesorgt. Zwischen den klassischen rheinischen Karnevalswagen rollte plötzlich ein kunstvoll gestalteter Wagen mit japanischen Motiven durch die Straßen der Landeshauptstadt. Besonders auffällig: die traditionellen Samurai-Figuren und Kirschblüten, die den Wagen schmückten. Laut Zuschauerzahlen der Polizei verfolgten rund 600.000 Menschen das bunte Treiben.
Die japanische Gemeinde in Düsseldorf, mit über 8.000 Mitgliedern die größte in Deutschland, präsentierte den Wagen erstmals in dieser Form. «Wir wollen eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen», erklärte Hiroshi Tanaka, Vorsitzender des japanisch-deutschen Kulturvereins. Das Publikum reagierte begeistert auf die Darbietung, bei der japanische und rheinische Karnevalisten gemeinsam feierten.
Besonders die kleinen Zuschauer waren fasziniert von den bunten Kostümen und den verteilten japanischen Süßigkeiten. Als langjährige Beobachterin des Düsseldorfer Karnevals fiel mir auf: Die Integration anderer Kulturen in den traditionellen rheinischen Karneval nimmt stetig zu.
Diese Entwicklung spiegelt den internationalen Charakter Düsseldorfs wider. Neben dem japanischen Beitrag waren auch andere Nationen vertreten. Der Karnevalspräsident Thomas Kessler betonte: «Der Karneval verbindet Menschen aller Herkunft und zeigt, wie bunt unsere Stadt ist.»
Der japanische Wagen wird vermutlich auch im nächsten Jahr wieder Teil des Zuges sein. Während ich durch die feiernden Menschenmassen lief, war eines klar zu spüren: Der Karneval ist längst mehr als nur rheinische Tradition – er ist ein kulturelles Schmelztiegel, das uns alle zum Nachdenken über gelungene Integration anregt.