In Hamburg startet eine breite Initiative zur Erhöhung der HPV-Impfquote bei Jugendlichen. Die rot-grüne Koalition will mehr junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen durch Humane Papillomviren (HPV) verursachten Krebsarten schützen. Bislang sind in der Hansestadt nur etwa 50 Prozent der Mädchen und deutlich weniger Jungen gegen HPV geimpft – zu wenig für einen wirksamen Gemeinschaftsschutz, der bei 85 Prozent läge.
«Wir müssen dringend mehr aufklären», betont Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) bei der Vorstellung des neuen Aktionsplans. Die Impfung, die idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen sollte, kann jährlich etwa 6.250 Krebserkrankungen in Deutschland verhindern.
Besonders besorgniserregend: Viele Eltern und Jugendliche wissen nicht einmal, dass die Impfung für beide Geschlechter empfohlen ist und von den Krankenkassen vollständig übernommen wird. Die neue Kampagne setzt daher auf niedrigschwellige Angebote direkt an Schulen. In meinen fast zwanzig Jahren Gesundheitsberichterstattung habe ich selten erlebt, dass medizinische Fachgesellschaften so einhellig eine Präventionsmaßnahme befürworten.
Dr. Maria Weber vom Hamburger Krebszentrum unterstreicht: «Die HPV-Impfung ist eine der wenigen Impfungen, die nachweislich Krebs verhindert. Das ist eine medizinische Errungenschaft, die wir nutzen sollten.»
Ob die Initiative Erfolg haben wird, hängt stark von der Umsetzung ab. Besonders wichtig: Die Aufklärung muss sowohl Jugendliche als auch deren Eltern erreichen und auf Augenhöhe stattfinden. Denn letztlich geht es um mehr als nur Statistiken – es geht um vermeidbare Krebserkrankungen und Menschenleben.