In Dresden versammelten sich heute über 10.000 Menschen, um der Opfer der Bombardierung vom Februar 1945 zu gedenken. Mit einer symbolischen Menschenkette rund um die Altstadt erinnerten sie an jene Nacht vor 81 Jahren, als alliierte Bombenangriffe weite Teile der Stadt zerstörten und schätzungsweise 25.000 Menschen töteten.
Die Gedenkveranstaltung stand unter dem Motto «Erinnern statt Instrumentalisieren». Oberbürgermeister Dirk Hilbert betonte: «Dresden steht zusammen gegen jene, die unsere Trauer für ihre Zwecke missbrauchen wollen.» Seine Worte zielten auf rechtsextreme Gruppen, die parallel versuchten, mit einem «Trauermarsch» durch die Stadt zu ziehen.
Was in Dresden seit Jahren zu beobachten ist, spiegelt ein deutschlandweites Phänomen wider: das Ringen um Erinnerungskultur. Die Stadt hat einen bemerkenswerten Weg gefunden, mit dieser Herausforderung umzugehen. Während die Menschenkette durch alle Gesellschaftsschichten getragen wird – von Schulklassen bis zu Seniorengruppen – bleibt die Polizei wachsam gegenüber rechtsextremen Versammlungen.
«Die Geschichte darf nicht verfälscht werden», mahnte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seiner Ansprache auf dem Altmarkt. «Wer den 13. Februar für Geschichtsrevisionismus nutzt, stellt sich gegen den Frieden.»
Die Frauenkirche, einst Symbol der Zerstörung und später des Wiederaufbaus, öffnete ihre Türen für ein stilles Gedenken. Als ich vor acht Jahren zum ersten Mal über das Dresdner Gedenken berichtete, war die Atmosphäre noch deutlich angespannter. Heute scheint die Stadt einen Weg gefunden haben, würdig zu erinnern und gleichzeitig klare Grenzen zu ziehen.
Die Dresdner Bombennacht bleibt ein Mahnmal für die Schrecken des Krieges. Während Europa heute wieder mit bewaffneten Konflikten konfrontiert ist, gewinnt dieses Erinnern neue Dringlichkeit. Wie wir mit der Vergangenheit umgehen, prägt unsere Zukunft – in Dresden wird das jedes Jahr aufs Neue verhandelt.