Deutschland bereitet sich auf die nächste Karnevalssaison vor, und in Köln ist die Vorfreude besonders groß. Nach den ausgelassenen Feierlichkeiten in diesem Jahr planen viele Kneipen und Gaststätten schon jetzt für die Session 2026. Eine aktuelle Umfrage der Kölner Karnevalsgesellschaft zeigt: 87 Prozent der Wirte erwarten Rekordbesucherzahlen.
Am Alter Markt wird das traditionelle «Brauhaus zur Krone» wieder seine Türen öffnen. Wirtin Maria Schmitz freut sich: «Nach der letzten Session haben wir unser Konzept erweitert. 2026 wollen wir noch mehr kölsche Bands auf unsere kleine Bühne holen.» In der Altstadt bereiten sich insgesamt elf Traditionslokale auf den Ansturm vor.
Bemerkenswert ist dabei die wachsende Vielfalt im Kölner Karneval. Neben den klassischen Kneipen mit Kölsch und Flönz bieten immer mehr Wirte auch internationale Spezialitäten an – ohne den typischen Karnevalscharakter zu verlieren. «Der Karneval wird bunter und offener», bestätigt Peter Müller vom Gastronomieverband Köln.
Als ich vor Jahren meine erste Karnevalssession in Köln berichtete, war die Szene noch deutlich traditioneller geprägt. Heute mischen sich Jung und Alt, Einheimische und Zugezogene. Besonders beliebt sind die kleinen Kneipen im Belgischen Viertel, die moderne Interpretationen des Karnevals bieten.
Experten sehen im Karneval mehr als nur ein Fest. «Es ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt und gleichzeitig ein Ventil für gesellschaftlichen Zusammenhalt», erklärt Karnevalsforscher Dr. Thomas Weber von der Universität Köln.
Die Karnevalssession 2026 wird vermutlich neue Maßstäbe setzen – sowohl in der Besucherzahl als auch in der kulturellen Bedeutung. Doch bei aller Professionalität bleibt eine Frage: Wird der Kölner Karneval sein ursprüngliches Wesen bewahren können, während er immer mehr zum Touristenmagnet wird?