Die Metropole atmet auf: Nach zähen Verhandlungen haben sich die Stadt Hamburg und die Gewerkschaft Ver.di auf einen neuen Tarifvertrag für rund 42.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes geeinigt. Herzstück ist eine spezielle Hamburg-Zulage von 270 Euro monatlich, die ab März 2025 gezahlt werden soll. Die Einigung kam nach mehreren Warnstreiks zustande, die in den vergangenen Wochen das öffentliche Leben in der Hansestadt teilweise lahmgelegt hatten.
«Für die Beschäftigten ist das ein großer Erfolg«, erklärte Sandra Goldschmidt, Landesbezirksleiterin von Ver.di Hamburg. Die Zulage sei angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt dringend notwendig. Tatsächlich liegt Hamburg bei den Mietpreisen bundesweit auf dem zweiten Platz hinter München.
Der Tarifabschluss sieht außerdem eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von 1.800 Euro vor, die bereits im Juni ausgezahlt werden soll. Zudem steigen die Gehälter in zwei Stufen: um 200 Euro ab November 2024 und um weitere 3,25 Prozent ab Februar 2025.
Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bezeichnete den Abschluss als «fairen Kompromiss» und betonte die Bedeutung für den Standort: «Mit der Hamburg-Zulage können wir als Arbeitgeber attraktiver werden.» Die Stadt kämpft seit Jahren mit dem Problem, qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu halten.
Als ich vor einigen Jahren über die Personalnot in Hamburger Behörden berichtete, erzählten mir viele Angestellte, wie schwer es sei, mit ihrem Gehalt in der teuren Stadt über die Runden zu kommen. Oft pendeln Beschäftigte aus dem Umland, was den Fachkräftemangel verschärft.
Was bedeutet dieser Abschluss für die Hamburgerinnen und Hamburger? Einerseits stabilisiert er wichtige öffentliche Dienstleistungen, andererseits belastet er den städtischen Haushalt mit rund 300 Millionen Euro jährlich. Ob dies zu Einsparungen in anderen Bereichen führt, bleibt abzuwarten. Klar ist: In einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum knapp ist, war dieser Schritt überfällig.