Der Container-Crash im Hamburger Hafen, der eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen vorerst lahmgelegt hat, sorgt für massive Probleme. Am vergangenen Freitag rammte ein 400 Meter langes Containerschiff die Freihafenelbbrücke. Die Folge: Die Brücke musste komplett gesperrt werden. Laut ersten Untersuchungen sind tragende Teile der Stahlkonstruktion stark beschädigt, wie die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) mitteilt.
Die Sperrung trifft den Hamburger Hafen ins Mark. Täglich passierten bislang rund 30.000 Fahrzeuge die Brücke – darunter zahlreiche Lkw, die nun Umwege von bis zu 45 Minuten in Kauf nehmen müssen. «Diese Situation stellt uns vor enorme logistische Herausforderungen», erklärt Hafenlogistiker Thomas Meier. Die ohnehin angespannte Verkehrssituation im Hafen verschärft sich damit dramatisch.
Besonders betroffen sind die rund 4.000 Hafenmitarbeiter, die täglich über die Brücke zur Arbeit pendeln. Die Werft Blohm+Voss sowie zahlreiche Logistikunternehmen auf der Südseite des Hafens berichten von erheblichen Verzögerungen. «Wir müssen jetzt alle Lieferketten neu koordinieren», so ein Sprecher des Hamburger Hafenverbands.
Die HPA hat mittlerweile einen Krisenstab eingerichtet. Erste Ausweichrouten wurden eingerichtet, darunter verstärkte Fährverbindungen über die Elbe. Doch die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus. Nach meinen Beobachtungen vor Ort stauen sich die Lkw bereits kilometerweit an den Ausweichrouten.
Wie lange die Brücke gesperrt bleibt, ist noch unklar. Experten rechnen mit mehreren Monaten, im schlimmsten Fall sogar Jahren. Die Reederei des Containerschiffs muss nun für die Schäden aufkommen. Doch das wird den Hafenbetrieb nicht schneller normalisieren.
Für Hamburg als drittgrößten Containerhafen Europas ist diese Situation ein schwerer Schlag. Die Frage ist nicht nur, wie schnell die Brücke repariert werden kann, sondern auch, wie die Stadt ihre Verkehrsinfrastruktur künftig besser gegen solche Unfälle schützen will.