Die Stadt Hamburg erschüttert ein grausamer Mordversuch an einem Hamburger Rentner, der sich mit erstaunlicher Geistesgegenwart aus einer lebensgefährlichen Situation befreien konnte. Der 81-jährige Wolfgang M. wurde im Mai in seinem Keller brutal überfallen, gefesselt und mit einer Schlinge um den Hals aufgehängt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer «heimtückischen Tat» mit besonderer Grausamkeit.
«Er sagte: Jetzt wirst du aufgehängt«, berichtet der Rentner jetzt erstmals öffentlich über seine Todesangst. Mit einem Trick konnte er den Angreifer ablenken und sich selbst befreien. Während er am Haken hing, gelang es ihm, mit einer Hand die Schlinge zu lockern. «Ich sagte zu ihm, er solle mir ein Glas Wasser bringen.» Als der Täter den Keller verließ, nutzte der Senior die Chance zur Flucht.
Die Staatsanwaltschaft hat einen 53-jährigen Mann angeklagt, der als Gärtner für den Rentner gearbeitet hatte. Der Verdächtige soll eine Zahlung von 30 Euro gefordert haben, die Wolfgang M. bereits geleistet hatte. Diese Unstimmigkeit könnte das Tatmotiv gewesen sein.
Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen versuchten Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe. Nach meiner Erfahrung mit ähnlichen Fällen zeigt diese Tat, wie Konflikte im Alltag auf erschreckende Weise eskalieren können.
Der Prozess wird in den kommenden Wochen am Landgericht Hamburg beginnen. Für die Bewohner des ruhigen Stadtteils ist der Fall ein Schock. Er wirft die Frage auf, wie gut wir unsere Nachbarschaft wirklich kennen – und wem wir vertrauen können.