In Münchens Innenstadt haben am Wochenende rund 250.000 Menschen mit einer spektakulären Aktion für Aufsehen gesorgt. Bei einer der größten Iran-Demonstrationen außerhalb des Landes trugen die Teilnehmer eine historische iranische Flagge durch die Straßen – 100 Meter lang und so breit wie eine Hauptstraße. Die Botschaft: Freiheit für den Iran und ein Ende des aktuellen Regimes.
Das riesige rot-weiß-grüne Banner mit dem Löwen-Symbol stammt aus der Zeit vor der Islamischen Revolution und gilt als Zeichen des Widerstands. «Diese Flagge ist für uns ein Symbol der Hoffnung auf einen demokratischen Iran ohne Unterdrückung«, erklärt Mina Ahadi, eine der Organisatorinnen. Die Menschen skandierten Parolen wie «Nieder mit der Islamischen Republik» und gedachten der Opfer politischer Gewalt.
Die Demonstration stand im Zusammenhang mit den jüngsten Hinrichtungen politischer Gefangener im Iran. Seit dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini 2022 haben die Proteste nicht nachgelassen. Ich habe selten eine solche Entschlossenheit bei einer Demonstration erlebt – Familien mit Kindern neben älteren Exil-Iranern, die seit Jahrzehnten für Veränderung kämpfen.
Bemerkenswert war auch die große Zahl junger Teilnehmer. Die 22-jährige Leila, die nur ihren Vornamen nennen möchte, sagt: «Meine Eltern sind vor 30 Jahren geflohen. Heute kämpfe ich hier weiter für die Freiheit meiner Cousins und Freunde im Iran.» Die Münchner Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf trotz der hohen Teilnehmerzahl.
Die Demonstrierenden fordern von der deutschen Bundesregierung eine härtere Haltung gegenüber Teheran. Der Protest zeigt: Die iranische Diaspora in Deutschland ist mobilisiert wie nie zuvor. Die Frage bleibt, wie lange das Regime im Iran dem wachsenden internationalen und internen Druck noch standhalten kann.