Die Eberswalder Wurstfabrik schließt nach 45 Jahren ihr Werk in Brandenburg. Bis Ende 2024 verlieren 140 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze, wie das Unternehmen heute mitteilte. Die Produktion wird an andere Standorte in Deutschland verlagert. Für viele Brandenburger bedeutet dies das Ende einer Ära – die Würstchen mit dem prägnanten Knick gehörten seit DDR-Zeiten zum kulinarischen Erbe der Region.
«Es ist eine bittere Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist», erklärte Geschäftsführer Thomas Brandner. Als Hauptgründe nannte er gestiegene Energiekosten und veränderte Marktbedingungen. Das 1977 in Eberswalde gegründete Unternehmen kämpfte zuletzt mit erheblichem wirtschaftlichen Druck.
Ich erinnere mich noch gut an meine Reportage zum 40-jährigen Jubiläum der Wurstfabrik. Damals herrschte Aufbruchstimmung, und das Unternehmen investierte in neue Produktionslinien. Doch die Zeiten haben sich geändert.
Für die Mitarbeiter kommt die Nachricht überraschend. «Wir hatten zwar von Problemen gehört, aber mit einer kompletten Schließung hat niemand gerechnet», sagte Betriebsratsvorsitzender Matthias Schulz. Die Gewerkschaft NGG kündigte an, für einen Sozialplan zu kämpfen.
Die Landesregierung Brandenburg signalisierte Unterstützung für die betroffenen Arbeitnehmer. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sprach von einem «schmerzhaften Verlust für die Region» und versprach Hilfe bei der Arbeitssuche.
Während die Marke «Eberswalder» weiterhin bestehen bleibt, verliert Brandenburg ein Stück Identität. Wie viele ostdeutsche Traditionsunternehmen konnte sich auch dieser Betrieb nicht dauerhaft gegen den Kostendruck behaupten. Die Frage bleibt: Wie viel Heimat steckt noch in Produkten, wenn nur der Name bleibt?