Die Szene hatte etwas von einem schlechten Déjà-vu für die Schwaben. Mainz 05 gegen VfB Stuttgart, die 95. Minute läuft bereits, und plötzlich hebt der Schiedsrichter zum Eckball ab. Was dann folgte, war genau das, was Sebastian Hoeneß befürchtet haben muss: ein klassisches Tor in der Nachspielzeit, das zwei Punkte kostet.
Der VfB hatte über weite Strecken die bessere Mannschaft gestellt. Man merkte dem Team an, dass sie nach den zuletzt durchwachsenen Ergebnissen unbedingt punkten wollten. Die Führung durch Enzo Millot in der 62. Minute schien verdient, die Kontrolle über das Spiel war da. Doch Fußball kennt bekanntlich keine Gerechtigkeit.
„Wir müssen lernen, solche Situationen über die Zeit zu bringen», sagte Hoeneß nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. Und er hat recht. In der Bundesliga reichen 90 Minuten konzentrierte Arbeit längst nicht mehr – man braucht 95, manchmal 97. Die Mainzer haben das verstanden. Ihr Ausgleichstreffer in der letzten Spielminute war nicht unbedingt schön, aber effektiv.
Für Stuttgart bedeutet das Unentschieden einen weiteren Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze. Die Konkurrenz schläft nicht, und Punkte wie diese könnten am Saisonende den Unterschied machen. Mainz hingegen darf sich über einen glücklichen, aber nicht unverdienten Punkt freuen.
Die Frage bleibt: Wie lange kann sich der VfB solche Ausrutscher noch leisten? Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Schwaben mental stark genug sind, um aus solchen Nackenschlägen zu lernen.