In Duisburg haben Spezialisten am Wochenende eine Weltkriegsbombe direkt am Hauptbahnhof kontrolliert gesprengt. Der Blindgänger lag so ungünstig, dass eine Entschärfung zu riskant gewesen wäre. Rund 3.500 Menschen mussten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen.
Die Sprengung verlief nach Angaben der Stadt erfolgreich. Verletzt wurde niemand. Trotzdem bleiben mehrere Gleise weiter gesperrt. Der Zugverkehr ist massiv eingeschränkt. Viele Pendler stehen vor geschlossenen Bahnsteigen. Die Deutsche Bahn rechnet mit Ausfällen und Verspätungen bis mindestens Dienstag.
„Wir müssen erst prüfen, ob die Gleise und Oberleitungen Schaden genommen haben», sagte ein Bahnsprecher. Auch die Statik des Bahnhofsgebäudes wird kontrolliert. Ich habe in zwanzig Jahren viele solcher Einsätze begleitet. Meistens klappt alles glatt. Aber die Nachwirkungen dauern oft länger als erwartet.
Für Duisburg ist das keine Kleinigkeit. Der Hauptbahnhof verbindet täglich Zehntausende Menschen mit dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. Jetzt müssen viele auf Busse oder Regionalbahnen ausweichen.
Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind im Ruhrgebiet Alltag. Allein in Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr Hunderte Blindgänger gefunden. Die meisten lassen sich entschärfen. Manchmal aber bleibt nur die kontrollierte Sprengung.
Die Stadt Duisburg informiert auf ihrer Website über den aktuellen Stand. Wer in den nächsten Tagen mit der Bahn reisen muss, sollte mehr Zeit einplanen. Und sich nicht wundern, wenn der Zug ausfällt. Das gehört hier leider dazu.