Eine 19-Punkte-Führung sollte reichen, dachten wohl die meisten Fans der Rostock Seawolves zur Halbzeit. Doch Basketball ist ein Spiel über 40 Minuten – eine Weisheit, die das Team von Trainer Przemyslaw Frasunkiewicz beim 85:89 bei Alba Berlin schmerzhaft lernen musste.
Die Ausgangslage war klar: Beide Teams wollten sich nach herben Niederlagen rehabilitieren. Rostock hatte gegen Chemnitz verloren, Berlin beim MBC eine deftige Packung kassiert. Doch was die Seawolves in der ersten Halbzeit zeigten, war beeindruckend. Bent Leuchten verwandelte zwei Freiwürfe zum 23:12, der Grundstein für eine dominante erste Hälfte war gelegt.
Mit 56:39 ging es in die Pause – Rostock übertraf Alba in nahezu allen Statistiken. Im dritten Viertel wuchs der Vorsprung sogar auf 21 Punkte an (65:44). Dann aber kam der totale Einbruch. „In solchen Momenten zeigt sich, wer Playoff-Qualität hat», könnte man im Nachhinein sagen.
97 Sekunden vor Schluss drehte Jonas Mattisseck mit einem Dreier das Spiel zum 85:83 – die erste Berliner Führung überhaupt. D’Shawn Schwartz hatte zehn Sekunden vor dem Ende noch die Chance zum Ausgleich, doch sein Distanzwurf fand nicht den Weg in den Korb.
Für die Seawolves bleibt damit ein bitterer Beigeschmack auf dem Weg zur direkten Playoff-Teilnahme. Wenn man dem Tabellenzweiten 40 Minuten lang eine solche Leistung abverlangen kann – warum nicht alle 40 Minuten?