Drei Treffer in acht Minuten – das gab es in 99 rheinischen Derbys zuvor noch nie. Als Referee Sören Storks das 100. Aufeinandertreffen zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach anpfiff, ahnte wohl niemand im Stadion, welch irres Spektakel sich gleich entfalten würde. Nach gerade mal 27 Sekunden lag der Ball im Kölner Netz. Castrop ließ Debütant Neumann alt aussehen und tunnelte Schwäbe. Der schnellste Derbytreffer aller Zeiten? Möglich. Doch der FC schlug sofort zurück.
Nur drei Minuten später stand es 1:1. El Mala nahm einen weiten Ball von Johannesson traumhaft an und schlenzte das Leder – leicht abgefälscht – ins Netz. Die Antwort von Ache ließ nicht lange auf sich warten: 2:1 für die Domstädter nach sieben Minuten. Das RheinEnergieStadion bebte. «So eine Anfangsphase habe ich in meiner gesamten Karriere noch nicht erlebt», wird Köln-Trainer Lukas Kwasniok später sagen. Gladbach musste sich sortieren, tat das aber erstaunlich schnell. Wieder war es Castrop, der gegen den überforderten Neumann durchbrach und für Sander den Ausgleich vorbereitete.
Die zweite Halbzeit begann deutlich verhaltener. Mehr Zweikämpfe, weniger Spektakel – bis Castrop seine persönliche Show abzog. Der Südkoreaner wurde am Spielfeldrand am Fuß behandelt, humpelte zurück aufs Feld und hämmerte den Ball wenig später aus der Distanz unter die Latte. Ein Traumtor zum 3:2 für Gladbach. Doch Köln gab nicht auf. Nach einer Ecke von Kainz köpfte Martel zum 3:3-Ausgleich ein – und flog kurz darauf mit Gelb-Rot vom Platz, weil er im Kopfballduell erneut zu heftig mit dem Arm arbeitete. Die letzten Minuten verbrachte der FC in Unterzahl, Schwäbe rettete zweimal stark gegen Reitz. Am Ende ein gerechtes 3:3 in einem Derby, das seinem Ruf mehr als gerecht wurde.