Die Play-offs in der Deutschen Eishockey Liga nehmen Fahrt auf, und zwei Teams setzen sich langsam, aber sicher ab. Während die Eisbären Berlin in Straubing ihre Klasse ausspielen, sichert sich der EHC München im bayerischen Derby einen wichtigen Heimvorteil. Für beide Verlierer wird es jetzt richtig eng.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit einem 4:2-Auswärtssieg in Straubing bringen sich die Berliner Eisbären in eine komfortable Position. Der Titelverteidiger führt die Best-of-seven-Serie nun mit 2:1 und zeigt genau die Form, die man von einem Rekordmeister erwartet. „Wir kommen langsam in unseren Rhythmus», könnte Trainer Serge Aubin zufrieden feststellen, denn sein Team lässt den Tigers kaum noch Luft zum Atmen.
Dabei starteten die Straubinger durchaus mutig. Nach einem frühen 0:1 durch Les Lancaster glich Mike Connolly schnell aus. Doch dann zeigte sich die Erfahrung der Hauptstädter. Marcel Noebels traf in seinem 100. Play-off-Spiel zur erneuten Führung – symbolträchtiger geht es kaum. Und obwohl Marcel Brandt im Powerplay zwischenzeitlich ausglich, hatte Straubing den Berlinern nichts mehr entgegenzusetzen. Lean Bergmann und Ty Ronning stellten im Mittelabschnitt innerhalb weniger Minuten auf 4:2, danach war der Widerstand gebrochen.
Ähnlich spannend entwickelt sich das oberbayerische Duell zwischen München und Ingolstadt. Der EHC legte einen Blitzstart hin: Markus Eisenschmid und Taro Hirose trafen bereits in der dritten Minute doppelt. Ingolstadt kämpfte sich zwar durch Philipp Krauß und Myles Powell zurück ins Spiel, doch München hatte die besseren Nerven. Jeremy McKenna und erneut Eisenschmid sorgten noch vor der zweiten Drittelpause für klare Verhältnisse. Tobias Rieders Treffer zum 5:2 war dann nur noch Ergebniskosmetik.
Was beide Sieger auszeichnet: Sie nutzen ihre Chancen eiskalt und lassen sich von Rückschlägen nicht beirren. Berlin kassierte zweimal den Ausgleich, München einmal – beide Male folgte die Antwort prompt. Diese Mentalität unterscheidet Play-off-erfahrene Teams von solchen, die noch auf den großen Wurf warten.
Am Dienstag geht es weiter. Berlin empfängt Straubing zu Hause, München reist nach Ingolstadt. Für die Verlierer wird es jetzt richtig ernst: Wer mit 1:3 zurückliegt, braucht schon ein kleines Wunder. Können die Tigers und die Panther noch einmal zurückschlagen, oder ziehen die Favoriten unaufhaltsam davon? Die nächsten Spiele werden zeigen, wer wirklich Champion-Material hat.