In Ismaning, nördlich von München, hat die Polizei am Gründonnerstagabend eine Wohnung voller Munition und Waffen entdeckt. Hausbewohner hatten einen Mann seit Tagen vermisst und die Rettungsleitstelle alarmiert. Als Einsatzkräfte die Wohnung betraten, fanden sie den kranken Mann auf dem Boden – und auf einem Tisch einen Wecker, der mit vermeintlichen Dynamitstangen verbunden war.
Das Spezialeinsatzkommando wurde gerufen. Die Krausstraße gesperrt, umliegende Häuser evakuiert. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts rückten an. Der alkoholkranke Bewohner kam in eine Münchner Klinik.
Nach Mitternacht gab die Technische Sondergruppe Entwarnung. Die Bewohner konnten zurück in ihre Wohnungen. Was blieb: mehrere Anscheinswaffen, Messer, Munition verschiedener Art. Und Nazi-Devotionalien, weshalb nun der Staatsschutz ermittelt.
Solche Funde sind in München keine Seltenheit. Ich erinnere mich gut an einen Fall in Neuhausen vor drei Jahren: Ein 55-Jähriger hortete Handgranaten, eine halbautomatische Pistole und Tausende Schuss Munition. In Freimann entdeckten Ermittler hundert Schusswaffen und mehrere hundert Kilo Munition bei einem Ehepaar.
Oft haben diese Menschen Verbindungen zur Reichsbürger-Szene, die in München etwa 400 Mitglieder zählt. Ob das auch hier zutrifft, ist offen. Der Verdacht eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz steht im Raum.
Die Frage bleibt: Wie können solche Waffenarsenale unbemerkt entstehen? Die Ermittlungen dauern an. Eines zeigt der Fall: Wachsame Nachbarn können Leben retten.