Fünf Siege in Serie, Platz zwei gefestigt und die Konkurrenz im Aufstiegsrennen macht Fehler – bei Rot-Weiss Essen läuft es gerade wie am Schnürchen. Der 1:0-Derbysieg gegen den MSV Duisburg am Samstag war mehr als nur drei Punkte. Es war ein Statement. Die Mannschaft wirkte reif, abgeklärt und hungrig zugleich. Genau die Mischung, die man braucht, wenn’s ans Eingemachte geht.
Das Derby hatte alles, was man sich von so einem Traditionsduell erhofft. Spannung, Leidenschaft und am Ende einen verdienten Sieger. RWE dominierte über weite Strecken und ließ dem Revierrivalen kaum Chancen. Die Defensive stand kompakt, das Pressing funktionierte und vorne wurde endlich die entscheidende Chance verwertet. Kein Zauberfußball, aber effektiv – und genau das zählt jetzt.
Im RWE-Talk «vonne Hafenstraße» brachte es Sven Meyering von Jawattdenn.de treffend auf den Punkt: «Diese Mannschaft hat gelernt, auch dreckige Spiele zu gewinnen. Das ist der Unterschied zu früheren Jahren.» Moderatorin Kira Alex und Reporter Martin Herms analysierten, wie RWE mental gewachsen ist. Früher wäre man in so einem engen Spiel vielleicht nervös geworden. Heute nicht mehr.
Die Englische Woche wird zum Lackmustest. Dienstag in Schweinfurt, Samstag gegen Ingolstadt – zwei Spiele, die zeigen werden, ob der Kader tief genug ist. Wenn RWE auch unter Belastung punktet, ist der Aufstieg mehr als nur ein Traum. Die Stimmung an der Hafenstraße ist jedenfalls elektrisierend. Kann die Mannschaft den Schwung mitnehmen, oder kommt jetzt der Härtetest?