In Schwerin ist heute ein Stapel Papier unterschrieben worden, der genau das überflüssig machen soll: Behördengänge. Mecklenburg-Vorpommern will dem Zweckverband Elektronische Verwaltung (eGo-MV) beitreten. Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue (SPD) nennt es einen „wichtigen Schritt hin zu einer schnelleren, bürgernäheren und wirtschaftsfreundlichen Verwaltung“. Klingt gut. Aber wer hat nicht schon mal verzweifelt vor einem online nicht verfügbaren Formular gesessen oder in einer Hotline-Warteschleife gehangen?
Die Idee ist nicht neu. Der eGo-MV unterstützt bereits kleine und mittlere Kommunen bei der Digitalisierung. Neu ist, dass jetzt auch das Land selbst mit an den Tisch will. Die Verwaltungsebenen sollen enger verzahnt werden. Das ist bitter nötig. Ich erinnere mich an Gespräche mit Bürgermeistern in Vorpommern, die von zähen Prozessen und veralteter Technik berichteten. Eine einheitliche digitale Infrastruktur könnte hier wirklich Entlastung bringen.
Bevor es losgehen kann, muss die Verbandsversammlung noch zustimmen. Die eigentliche Arbeit beginnt dann erst. Es geht darum, dass ein Antrag in Neubrandenburg genauso digital bearbeitet werden kann wie einer in Wismar. Das Ziel ist klar: weniger Wartezeiten, weniger Papierkrieg, mehr Service. Ob das gelingt, wird sich daran messen, ob die Menschen im Land es im Alltag spüren. Wird der nächste Meldeschein wirklich mit wenigen Klicks erledigt? Oder bleibt am Ende doch der Gang zum Amt? Die Unterschrift unter der Absichtserklärung ist erst der Anfang. Der schwierigere Teil, die Umsetzung, steht noch bevor.