Artikel – Genau dieses Ziel erreicht man am besten, indem man es selbst vorlebt. Nathalie Pohl, 31, hat das nun auf extreme Weise getan. Die Extremschwimmerin ist am Donnerstag nach mehr als 200 Kilometern im Wasser in Köln angekommen. Vier Tage lang war sie für die Strecke von Frankfurt über Main und Rhein unterwegs – eine beeindruckende Leistung, die jetzt einen sehr konkreten Zweck erfüllt.
Mit jedem Zug wollte Pohl auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen: Immer weniger Kinder in Deutschland lernen sicher schwimmen. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kann mittlerweile fast jedes dritte Grundschulkind am Ende der vierten Klasse nicht richtig schwimmen. Das ist mehr als eine Statistik – das ist ein reales Sicherheitsrisiko an jedem Baggersee, in jedem Freibad. „Jedes Kind sollte die Chance haben, schwimmen zu lernen“, sagte Pohl vor ihrem Start. Dieser Satz klingt einfach, aber er beschreibt eine Aufgabe, an der Kommunen, Vereine und Eltern oft verzweifeln.
Der Rhein ist keine Schwimmbahn. Strömung, Schiffsverkehr, kaltes Wasser – hier zu schwimmen ist nicht ohne. Für ihr Projekt hatte Pohl eine Sondergenehmigung. Sie war nicht allein: Etwa alle zwei Stunden wechselte sie sich mit anderen Schwimmerinnen und Schwimmern ab, nachts wurde pausiert. Diese Teamleistung spiegelt sich im Ergebnis wider. Über Spenden und Aktionen entlang der Strecke kamen sagenhafte 616.000 Euro zusammen, wie ihr Team mitteilte. Dieses Geld fließt direkt in Schwimmprojekte und die Ausbildung von Schwimmlehrern.
- Schwierigkeiten beim Schwimmen lernen
- Wachsende Nachfrage nach Schwimmkursen
- Mit jeder Spende einen Schritt weiter
- Teamleistung über Distanz
- Investition in Sicherheit und Freude
- Kraftvoller Impuls für Schwimmprojekte
Ich erinnere mich an Gespräche mit Bademeistern in Baden-Württemberg, die mir von vollen Wartelisten für Kurse erzählten. Die Nachfrage ist riesig, die Kapazitäten sind begrenzt. Pols Aktion setzt hier an. Sie ist kein Strohfeuer, sondern ein kraftvoller Impuls, der Lücken schließen kann. Jeder Euro für einen Schwimmkurs ist eine Investition in Sicherheit und Freude – für ein ganzes Leben.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ziel der Aktion | Aufklärung über das Schwimmen lernen |
| Erreichte Distanz | 200 Kilometer |
| Dauer der Aktion | 4 Tage |
| Gesammelte Spenden | 616.000 Euro |
| Teilnehmer | Schwimmerinnen und Schwimmer |
| Direkte Verwendung der Mittel | Schwimmprojekte und Ausbildung von Schwimmlehrern |
Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich also, im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Nathalie Pohl hat bewiesen, dass mit Entschlossenheit und einer guten Idee viel bewegt werden kann. Jetzt liegt es an uns, diese Welle mitzutragen. Vielleicht nicht über 200 Kilometer, aber bis zum nächsten Schwimmbad. Denn was nützt das schönste Sommerwetter, wenn die Kinder am Beckenrand stehen müssen?