In Belgien kämpfen die Einsatzkräfte weiter darum, das seit Tagen wütende Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn einzudämmen. Der Regen der letzten Stunden ist ein Segen, aber die Lage bleibt angespannt. Besonders die nordöstliche Flanke des Feuers, schwer zugänglich und nur etwa 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, bereitet den Verantwortlichen große Sorgen. „Das ist unser kritischer Punkt“, sagt Tobias Schell, Feuerwehrsprecher im grenznahen Monschau. Solange dort keine deutliche Entspannung zu sehen ist, bleibt auch die Evakuierung für etwa 30 Menschen aus Monschau-Kalterherberg bestehen – entgegen anderslautender Gerüchte im Netz.
Der Kampf gegen die Flammen wird durch das schwierige Moor-Gelände erschwert. Nordrhein-Westfalen hat Unterstützung mit einem geländegängigen „Fire Fighter“ geschickt, einem speziellen Löschfahrzeug. Doch die ökologischen Schäden sind bereits jetzt immens. 3000 Hektar einzigartiges Naturschutzgebiet sind verbrannt. „Es wird Jahrzehnte dauern, bis die Natur sich erholt hat“, warnt Corentin Rousseau vom WWF. Ein Wiederansiedlungsprojekt für seltene Birkhühner gilt als akut gefährdet, ihr Lebensraum liegt in der Asche.
Aus meiner Zeit in Baden-Württemberg weiß ich, wie langwierig die Folgen solcher Großbrände sind. Die Bilder erinnern schmerzlich an andere Regionen. Für die Menschen in der Eifel ist das nicht nur ein fernes Medienereignis, der Brandgeruch war bis weit ins Rheinland zu riechen. Die Solidarität der Nachbarn ist wichtig, aber am Ende zählt jeder Regentropfen. Die Einsatzkräfte leisten Unglaubliches unter schwierigsten Bedingungen. Wir sollten ihre Arbeit wertschätzen und zugleich die Diskussion führen: Wie bereiten wir uns auf eine Zukunft vor, in der solche Extremereignisse zur neuen Normalität werden könnten?
- Hohes Venn – Naturschutzgebiet
- Kritische Lage an nordöstlicher Flanke
- Evakuierung in Monschau-Kalterherberg
- Unterstützung durch geländegängige Fahrzeuge
- Ökologische Schäden von 3000 Hektar
- Langwierige Erholungsprozesse der Natur
| Schäden | Details |
|---|---|
| Gebiet | 3000 Hektar |
| Verletzte Tierarten | Birkhühner |
| Evakuierte Personen | 30 |
| Entfernung zur Grenze | 2,3 Kilometer |
| Unterstützendes Fahrzeug | „Fire Fighter“ |
| Dauer der Erholung | Jahrzehnte |