Weil ihre Mutter eine Zigarettenpause machte, waren plötzlich zwei Kinder ganz auf sich allein gestellt: Ein 13-jähriges Mädchen und ihr acht Monate alter Bruder saßen allein im ICE, der Richtung Stuttgart davonfuhr. Die Mutter hatte den Stopp in Mannheim für eine Zigarette genutzt und es nicht mehr zurück in den Zug geschafft. Sie alarmierte in der Nacht zum Mittwoch verzweifelt die Bundespolizei.
Solche Meldungen lassen einen erst einmal schlucken. Die Vorstellung, dass ein Baby und ein junges Teenager-Mädchen unbegleitet in einem vollbesetzten Hochgeschwindigkeitszug sitzen, ist beklemmend. Die Bundespolizei leitete sofort eine Suche ein. Glücklicherweise konnten die Beamten den ICE in Stuttgart sicher erreichen und die Kinder in Obhut nehmen. Sie waren wohlauf, aber sicherlich verunsichert. Die Mutter konnte wenig später nachreisen.
Aus meiner langjährigen Erfahrung im Bahnverkehr weiß ich: Die Türen schließen pünktlich, manchmal sogar etwas früher als angekündigt. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – ob für eine Zigarette oder einen schnellen Kaffee – reicht schon. Was hier glimpflich ausging, hätte auch anders enden können. Es zeigt, wie schnell eine Routinefahrt zur Stresssituation werden kann, besonders für Familien.
Die Bundespolizei erinnert in solchen Fällen immer an eine einfache Regel:
- Im Notfall sofort den Notruf der Bundespolizei unter der 110 wählen
- Das Zugpersonal informieren
- Auf die Kindern achten
- Vor der Abreise sicherstellen, dass alle im Zug sind
- Gute Kommunikation mit Reisepartnern pflegen
- Aufmerksam an Bahnhöfen sein
Für die betroffene Mutter aus Mannheim war es eine schreckliche Erfahrung, eine Lehre für uns alle: An Bahnhöfen gilt immer volle Aufmerksamkeit, vor allem wenn man nicht allein reist.